Mittwoch, 17. März 2010

Frau Mondfrau



Wandelnd auf des Daches First,
Auf der Mauer schmalem Rande,
Schreitet sie, die Hohe, Milde,
In des Mondes sanftem Licht.

Wie Musik ertönt ihr Schweben,
Ihre Füße gleiten gläsern.
Ihre Hände klingen leise,
Ihre Augen sind geschlossen.

Hinter ihr der treue Diener
Achtet ihrer Schritte, daß sie
Über einen Strahl nicht strauchle,
Sorglich hütet sie: ihr Schatten.

Gottgeheimnis, Götzenzauber,
Weiße Statue der Sehnsucht
Schreitet sie: ich streck' vergeblich
Meine Hände nach ihr aus.

O wie halt ich die Entschreitende,
O wie bann ich die Entgleitende,
Aber ruf' ich: stürzt sie nieder.
Aber schrei ich: ists ihr Tod.

Und so schreitet sie vorüber,
Ist auf ewig mir verloren.
Eine Wolke löscht den Mond aus.
Einsam stehe ich im Dunkeln.

(Klabund)

Sonntag, 14. März 2010

Six days at the Bottom of the Ocean oder für Robert, der ein Fisch sein wollte


[...] so stehe ich hier
und schweige
umgeben vom Rauschen
und der Unendlichkeit
des Augenblicks 

Engelbert Schinkel


Montag, 15. Februar 2010



To Leave It Behind 

When we were greened and young as shoots
the world took off beneath our boots
oh we were picked when we were young
gentle words and modesty
when we turned towards the tide
choirs screamed in their delight
oh i am ripe and ready now
my heart is heavy, it's going to fall
out of my body

unto love, unto love
oh my heart is heavy, it's going to fall
out of my body

would have died without
your gardens of eternal life
that you kept so well, kept so well
could have lived without
the fall into the tragedy
but i'm not adam
and you're not eve
they were brave enough to leave
when they were told leave it behind

leave it behind
it behind
they were brave enough to leave
when they were told
leave it behind
(Great Lake Swimmers)
 
 

Samstag, 13. Februar 2010

Liebesfluchten

 Ein Buch,welches mich Zutiefst berührte.

>> Liebesfluchten<< 
von Bernhard Schlink

Flucht in die Liebe, Flucht vor der Liebe - vor sich selbst, dem andern, dem Leben, der Geschichte. Sieben erotische, subtile, tragikomische Geschichten über Sehnsüchte und Verwirrungen, Nähe und Einsamkeit, Verstrickung und Schuld, Lebensentwürfe und Lebensverantwortung.

Mondlaib


in meinem flur hängt ein trockener laib brot an der wand - der einen wand, in der keine tür ist -, wie ein dunkler vollmond oder eine sonnenfinsternis oder eine seltene große blüte. gestern wollte ich den müll runterbringen, mehr alt gewordenes brot, von dem ich oft zu viel habe, und habe es nicht geschafft, diesen anderen viertelmondförmigen laib wegzuwerfen, der auch so schön war mit seiner schartigen oberfläche, etwas heller als der schon hängende. jetzt liegt der da auf dem kühlschrank und wartet darauf, dass ich einen weiteren nagel in die wand schlage, auf den er sich setzen kann. ich bin nur noch nicht sicher: wo. das einzelne brot ist so schön in der mitte von allem, wenn jetzt ein zweites dazustieße, käme die ganze symmetrie ins wanken.
(von Arne)

Dienstag, 2. Februar 2010

Sonntag, 31. Januar 2010

Und dann warten


Um das hier zu verstehn
Braucht es Hirne und Herzen
Von nie da gewesener Größe,
Braucht es Tränen und Schmerzen.
Ich müsst' es selber sehn,
um das hier zu verstehn.
Um das hier zu verstehn,
braucht es Arme und Hände
Von nie da gewesener Stärke,
braucht es Fäuste, braucht es Wände.
...Und dann nach Hause gehn,
um das hier zu verstehn.
Und was nützt uns unsre Weisheit in 'ner ausgemachten Scheißzeit?
Und was nützt uns die Erkenntnis, dass das was Heimat war jetzt Fremde ist?
...Wenn wir trotzdem niemals lernen, was es heißt sich zu entfernen
ohne jemals ganz zu gehn
Wenns das gäbe, wär das schön.
Ich hab' den Verstand verloren.
Blinde Augen,
Taube Ohren,
Stumme Lieder,
Leere Bücher,
Pfeifen, Flaschen, Taschentücher
Und wir rennen um unser Leben
Du davon und ich entgegen
Ich würd' dich gern morgen sehn
Wenns das gäbe wär das schön.
Um das hier zu verstehn
Braucht es viel zu viel Geduld.
Und nie da gewesene Fragen
Wie die Frage nach der Schuld
Und das Ringen um Verständnis
...Das Zerbrechen letztenendes.
Wir haben alles schon gesehn
Wir haben alles schon gehört
Wir haben alles schon gemacht
Wir haben alles schon gespürt
Und was nützt uns unsre Weisheit in 'ner ausgemachten Scheißzeit?
Und was nützt uns die Erkenntnis, dass das was Heimat war jetzt Fremde ist?
Wenn wir trotzdem niemals lernen, was es heißt sich zu entfernen
ohne jemals ganz zu gehn
Wenns das gäbe wär das schön.
Ich hab' den Verstand verloren.
Blinde Augen,
Taube Ohren,
Stumme Lieder,
Leere Bücher,
Pfeifen, Flaschen, Taschentücher.
Und wir rennen um unser Leben
Du davon und ich entgegen.
Ich würd' dich gern morgen sehn
Wenns das gäbe wär das schön.
Oh Ich würd' dich gern morgen sehn
Wenns das gäbe wär das schön.
 [Jupiter Jones]

Dienstag, 19. Januar 2010

Your Hand in Mine






DU UND ICH

Du und ich!
Wunschlose Seligkeit
Strömt deine Nähe über mich.
Der Alltag wird zur Sonntagszeit,
Unsterblich schlingt das Leben sich
Um uns. Und Menschengöttlichkeit
Fühl' ich bei dir durch dich.

Was einst gewesen, weiß ich kaum.
Die enge Welt wird weiter Raum.
Und Holz wird Eisen, Eisen Holz
Und Stolz wird Demut, Demut Stolz.
Gar wunderbare Weisen
Singt dann bei seinen Kreisen
Mein Blut im Paradies für mich.
Es haben alle Wünsche Ruh', -
Ich weiß nicht mehr, wer bist dann du.
Ich weiß nicht mehr, wer bin dann ich. 


MAX DAUTHENDEY (1867-1918)


Montag, 18. Januar 2010

canidae






And if i have to go - will you remember me?

auf Immer will ich warten - mein Freund



Montag, 11. Januar 2010


It's Easier Now :
Behind these eyes a desert spirit
Sea serpent heart inside a sunken ship
I finally got it
All parts wrong
I didn't know how long it would take to do it
Behind these eyes
Dead grey mule
Torn apart moon in an empty room
It's easier now
And I just say I got better
It's easier now
That I just say I got better
It's easier when I just admit
Death comes now
And the next minute
the next minute 
Behind these eyes

Sonntag, 10. Januar 2010

Ingeborg Bachmann: Nach grauen Tagen

Eine einzige Stunde frei sein!
Frei, fern!
Wie Nachtlieder in den Sphären.
Und hoch fliegen über den Tagen
möchte ich
und das Vergessen suchen---
über das dunkle Wasser gehen
nach weißen Rosen,
meiner Seele Flügel geben
und, oh Gott, nichts wissen mehr
von der Bitterkeit langer Nächte,
in denen die Augen groß werden
vor namenloser Not.
Tränen liegen auf meinen Wangen
aus den Nächten des Irrsinns,
des Wahnes schöner Hoffnung,
dem Wunsch, Ketten zu brechen
und Licht zu trinken---
Eine einzige Stunde Licht schauen!
Eine einzige Stunde frei sein!